Juni 2008

Liebe Leserinnen und Leser

das Thema Frauen und Aids ist immer auch ein Migrationsthema. Daher ist es nahe liegend, dass es das landesweite Informationsportal „Infopool Frauen und Aids in NRW“ auch in mehreren Sprachen gibt. Neben Englisch und Französisch ist jetzt auch eine Version in Russisch online. Sehen Sie selbst: www.infopool-frauen-nrw.de

In Kürze startet auf der landesweiten Frauenseite www.xxelle-nrw.de eine neue Rubrik unter dem Titel „Veranstaltungen, Organisationen, Links“. Hier finden Sie unter dem Motto „kurz und knapp“ alles wissenswerte zu Aidsorganisationen, frauenspezifischen Veranstaltungen und Links.

Viel Spaß beim lesen.

Mit freundlichen Grüßen
Petra Hielscher
Frauen und Aids
AIDS-Hilfe NRW e.V.

Schwanger und HIV-positiv? DVD „Lifeboat Deutschland“ gibt Antworten.
Projekt Lifeboat Deutschland veröffentlicht DVD als audiovisueller Wegweiser für positive Mutterschaft. Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung (PDF-Datei).

CSD Empfang Schwules Netzwerk und AIDS-Hilfe NRW e.V.
Am Samstag den 05. Juli findet im Gürzenich in Köln der traditionelle CSD-Empfang statt. Weitere Infos unter: www.csd-empfang-nrw.de. Die Einladung finden Sie hier (PDF-Datei).

Talk im Regenbogencafé der AIDS-Hilfe Köln: Die Botschaft der Schweizerischen Aidskommission, dass beim Sex mit HIV-Positiven das Virus nicht mehr übertragbar sei, wenn sie erfolgreich mit HIV-Medikamenten behandelt werden, hat für viel Wirbel gesorgt. Kaum ist das Schweizer Papier veröffentlicht, ist die Verunsicherung groß und wird häufig als offizielle Erlaubnis verstanden, das Kondom jetzt wegzulassen. Wenn man die Schweizer Empfehlung aber ganz liest, wird deutlich, dass es so einfach nicht ist. Es ist wichtiger denn je, wieder über HIV, Übertragungswege und Safer Sex Möglichkeiten zu sprechen. Deswegen organisiert die AIDS-Hilfe Köln Talkrunden im Regenbogencafé zu diesen Themen. Mehr Informationen dazu gibt es in der Pressemitteilung (PDF-Datei).

Die AIDS-Hilfe Köln lädt ein: Kurs für HIV-positive Eltern im August 2008
Mutter oder Vater zu sein, ist oft eine Herausforderung. Wenn ein Elternteil oder beide HIV-infiziert sind, entstehen
besondere Fragen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Fachtagung des FrauenGesundheitsZentrums München e.V./ Projekt „Positive Frauen“
Das FrauenGesundheitsZentrums München e.V./ Projekt „Positive Frauen“ lädt ein zur Fachtagung Frauen und HIV/AIDS. Es wird ein interessantes und vielfältiges Programm angeboten, das viel Zeit bietet, sich mit allen aktuellen Fragestellungen rund um das Thema Frauen und AIDS auseinanderzusetzen. Hier finden Sie mehr zum Programm (PDF-Datei) und das Anmeldeformular (PDF-Datei). 

Seminarankündigung der Deutschen AIDS-Hilfe
Multiplikator(inn)enschulung für Migrant(inn)en in der Multiplikator(inn)enarbeit: Gesundheitsförderung und HIV/Aids II . Hier finden Sie die Ankündigung (PDF-Datei) und Anmeldeformular (PDF-Datei).


Und zum Schluss... ... ...

Die Bremer Frauenbeauftragte legt sich mit der Hamburger Michael-Stich-Stiftung an: Deren aktuelle Anti-Aids-Kampagne sei völlig verfehlt. Die Plakate zeigen todbringende Brüste und sargähnliche Kinderwagen

"Bürgerwehr in Bremen stoppt Anti-Aids-Kampagne": Mit einer so betitelten Pressemitteilung protestiert die Hamburger Michael-Stich-Stiftung gegen das Ende einer Plakatkampagne. Bis Donnerstag war an den Bremer Straßenbahnhaltestellen eine Frau mit einem kleinen, Kinderwagen-ähnlichen Sarg auf Rädern abgebildet, dazu der Slogan: "Ganz die Mama. HIV-positiv".
In Hamburg ist das Motiv noch zu sehen, ebenso in acht weiteren Städten: Die Stiftung des Ex-Tennisprofis will damit für einen verpflichtenden HIV-Test für alle Schwangeren werben. 98 bis 99 Prozent aller Kinder von infizierten Müttern könnten gesund zur Welt kommen, sagt die Stiftung, wenn die Infektion rechtzeitig bekannt sei. Auch die Bremer Frauenbeauftragte Ulrike Hauffe hält das routinemäßige Angebot eines HIV-Test für sinnvoll, die Stich-Kampagne aber für "völlig daneben – Hauffe ist die vermeintliche „Bürgerwehr“, sie habe die Plakate „verboten“, berichten verschiedene Medien.
Nun hat Hauffe zwar einen Sitz im Aufsichtsrat der Bremer Straßenbahn AG, verbieten kann sie jedoch nichts. Sie telefonierte lediglich mit der "Stadtmöblierungs"-Firma JCDecaux, die die Plakate im Mediawert von 410.000 Euro unentgeltlich aufgehängt hat, um ihre Kritik zu äußern: Bei allem Respekt für Stichs Präventions-Engagement gehe die Kampagne inhaltlich in die falsche Richtung, da bereits mehr als 90 Prozent aller Schwangeren den von den Krankenkassen bezahlten HIV-Test absolvierten - und nur bei zwei Prozent aller tatsächlich Infizierten eine Übertragung auf den Säugling stattfinde. Zweitens verunglimpfe die Kampagne Frauen als Täterinnen. Das Plakat-Motiv "Die Muttermilch macht's, dass Babys sterben", neben einer weiblichen Brust platziert, habe außerdem einen großen Anti-Still-Effekt. Hauffe: "Das ist gesundheitspolitisch völlig unverantwortlich."
In Bremen war auch ein Kreißsaal-Bett samt Trauerflor und totem Säugling plakatiert, in anderen Städten ist noch bis Dienstag ein trauriges Kindergesicht zu sehen: "Das Kinn von Opa. Die Augen von Papa. HIV von Mama". Kreativer Urheber der Kampagne ist die renommierte Hamburger Agentur Jung von Matt.
Die Stich-Stiftung ist bekannt für ihren rabiaten Umgang mit Kritikern. So wurde der Frankfurter Aids-Hilfe umgehend das Ende der finanziellen Zuwendungen in Aussicht gestellt, nachdem sich auch dort Protest gegen die Kampagne geregt hatte. Aber auch mit dem Verband der Bremer Frauenärzte geht die Stiftung hart ins Gericht: Wenn dieser darauf verweise, dass 2007 in ganz Deutschland nicht mehr als 16 HIV-infizierte Kinder geboren wurden, die Kampagne also "eine völlig falsche Nachricht kommuniziere", sei das "ein Skandal". Die Stellungnahme der FachärztInnen sei eine "Diskriminierung" der derzeit 600 in Deutschland lebenden HIV-infizierten Kinder.

von Henning Bleyell, Quelle: taz.de
http://www.taz.de

 
 
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