Nr. 10 vom 14. Mai 2008

Liebe Leserinnen und Leser,

Gesundheitsförderung und Prävention haben in Deutschland einen schweren Stand: mit minimalen (Finanz-)Mittel ausgestattet, werden oftmals maximale Erwartungen an sie gerichtet. Gleichzeitig erfolgt oft keine intensive fachliche Auseinandersetzung mit den komplexen Anforderungen gelingender Präventionsarbeit: In diesem Feld sind „irgendwie“ alle Expertinnen und Experten und alle wissen, was – vermeintlich – gute Prävention ist. Diese Diskussion erleben wir im Aidsbereich auch regelmäßig, mindesten zweimal im Jahr wenn die „RKI-Zahlen“ vorgelegt werden. In der letzten Woche war es wieder so weit und deshalb finden sie in diesem Newsletter die notwendigen Informationen und Links, um sich aus erster Hand zu informieren.

In der Diskussion um die Zahlen wird oft vorschnell auf die vermeintlich „abgenutzte und aufmerksamkeitsschwache“ Aidspräventionskampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) verwiesen, um auf eigene „laute und schockierende“ Kampagnenmotive zu verweisen. An prominenter Stelle hat dies zuletzt die Michael-Stich-Stiftung versucht. Von unverdächtiger Stelle liegt nun eine Einschätzung der Arbeit der BZgA vor: Der Wissenschaftsrat der Bunderegierung hat seine Begutachtung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) veröffentlicht. Im Gutachten des Wissenschaftsrat, besetzt mit ausgewiesenen Wissenschaftlern und Experten, wird die BZgA darin bestärkt, ihren Weg einer wissenschaftsbasierten Prävention und Gesundheitsförderung fortzusetzen.

Das Gutachten bezeichnet die BZgA als eine starke, in der gesundheitlichen Aufklärung erfolgreich tätige Einrichtung, die mit ihren wissenschaftlich fundierten Kampagnen wesentlich zur gesundheitlichen Prävention in Deutschland beiträgt. Prof. Dr. Peter Strohschneider, Vorsitzender des Wissenschaftsrates, erläutert dazu: „Darüber hinaus besitzt die Bundeszentrale das Potential, sich zu einem international voll konkurrenzfähigen Kompetenzzentrum für gesundheitliche Prävention zu entwickeln und sollte deshalb diese Rolle engagiert anstreben.“ Das Gutachten finden Sie hier (PDF-Datei – 317 KB).

Dafür darf man der BZgA, insbesondere ihrer Direktorin Frau Prof. Dr. Elisabeth Pott, die ja auch unserem Kuratorium beratend zur Seite steht, gratulieren und ihre Expertise (immer wieder) wertschätzen! Auch die Aidshilfe hat im Bereich der Kampagnen-Entwicklung und Kampagnen-Führung weniger Erfahrungen vorzuweisen als die BZgA, ein Lerneffekt in dieser Angelegenheit ist daher wünschenswert.

Dirk Meyer | Landesgeschäftsführer

 

VERBAND / LOBBY


AIDS-Hilfe Leverkusen im world wide web

Auch die AIDS-Hilfe Leverkusen ist nun im Internet zu finden: Unter http://www.aids-hilfe-leverkusen.de informiert sie über ihr Angebot.

 

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING


Halbjahresbericht des Robert-Koch-Instituts
Der Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) für das 2. Halbjahr 2007 ist erschienen. Gegenüber dem Vorjahr ist bei den HIV-Neu-Diagnosen eine Zunahme von 4 % ermittelt worden. Mit 18,1 HIV-Neudiagnosen auf 100.000 Einwohner führt Köln die Statistik unter den deutschen Großstädten an. "Eine der wenig bekannten Ursachen für den Anstieg ist die hohe Zahl der Syphilis-Infektionen in Deutschland" so der Präsident des RKI. Die Syphilis und andere sexuell übertragbare Erreger führen über die Förderung entzündlicher Prozesse dazu, dass sich Erkrankte leichter mit HIV infizieren. Wichtigste von HIV betroffene Gruppe sind mit 65 % nach wie vor Männer, die mit Männern Sex haben. Bei ihnen stieg die Zahl erneut überdurchschnittlich an, im Jahr 2007 um 12 % gegenüber 2006. Den Halbjahresbericht II/2007 finden Sie hier (PDF-Datei – 679 KB), alles weitere auf der Homepage des RKI unter http://rki.de/.


Aidsschleifen aus Fruchtgummi
Auf der Suche nach immer neuen Teasern und Give-aways könnte man auf die Idee kommen, Aidsschleifen als Fruchtgummis verteilen zu wollen. Ein Anbieter hat nun ein entsprechendes Angebot vorgelegt, das wir interessierten Aidshilfen gern zugänglich machen. Weitere Informationen bei guido.schlimbach@nrw.aidshilfe.de.

 

MENSCHEN MIT HIV/AIDS


Bericht über die medizinische Versorgung von HIV-infizierten und an AIDS erkrankten Menschen in Wuppertal
Angestoßen durch die Pressemitteilung des Wuppertaler Arbeitskreises WAT (Welt-Aids-Tag) zum letztjährigen Welt-Aids-Tag "Chronisch versteckt - Der „normale“ Umgang mit HIV-Positiven ist in der Arztpraxis immer noch eine Ausnahme" - hat der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Rates die Wuppertaler Aidskoordination des Gesundheitsamtes um einen Bericht zur Lage im Bereich der medizinischen Versorgung gebeten. Dieser Bericht wurde nun im Ausschuss vorgestellt und hat auch gleich Niederschlag in der Presse gefunden. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei – 256 KB).


medinfo im Gespräch: HIV und neurologische Erkrankungen am 26.06.08 in Köln
Am 26. Juni 2008 um 19.30 Uhr lädt die AIDS-Hilfe Köln zur nächsten Veranstaltung in ihrer Reihe "medinfo im Gespräch" ein. Als Thema wird "HIV und neurologische Erkrankungen" im Mittelpunkt stehen. Als Referentin steht Frau Prof. Dr. Gabriele Arendt von der Universitätsklinik Düsseldorf zur Verfügung. Mehr erfahren Sie hier (pdf-Datei - 585 KB).

 

SCHWULE PRÄVENTION

 
Treffen der virtuellen Herzenslust am 26.04.2008
Auf dem Treffen der virtuellen Herzenslust wurden vor allem die Auswirkungen des DAH Erfahrungsaustausch "Health Support" auf die praktische Präventionsarbeit in NRW diskutiert. Ergänzt wurde dies von Überlegungen, wie die virtuelle Herzenslust ihre Scharnierfunktion zwischen realer und virtueller Präventionsarbeit ausgestaltet werden kann. Das Protokoll dieses Treffens mit allen relevanten Informationen finden Sie hier (PDF-Datei – 119 KB).


Wochenendseminar "Freiwilligen-Koordination" vom 11.-13. Juli 2008
Ehrenamtliche Mitarbeiter für die Herzenslust zu gewinnen und in die Arbeit mit einzubeziehen, das gelingt nicht über Nacht. Die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen muss eine strategische Entscheidung der Projektverantwortlichen sein, und das Herzenslust-Projekt muss sich sorgfältig vorbereiten, damit freiwilliges Engagement gewinnbringend und nachhaltig für alle Beteiligten werden kann. Um dabei den örtlichen Herzenslust-Koordinatoren Hilfen an die Hand zu geben, veranstaltet Herzenslust NRW zusammen mit Carola Reifenhäuser (Akademie für Ehrenamtlichkeit - Berlin) vom 11. bis 13. Juli 2008 eine Wochenendveranstaltung "Freiwilligen-Koordination - Basiskurs" im Hotel Mercure Düsseldorf-Airport. Weitere Informationen und die Anmeldeunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei – 32 KB).


CSD in Düsseldorf
Das Bühnenprogramm für das CSD-Wochenende ist unter Dach und Fach und mittlerweile auch auf der Internetseite nachzulesen. Alle wichtigen Informationen dazu und zur Demo-Parade finden Sie unter www.csd-d.de.

 

DROGEN & STRAFVOLLZUG


BMG veröffentlicht Drogen und Suchtbericht 2007
Der Bericht gibt den Sachstand rund um Drogenkonsum im Bundesgebiet wieder. So sind z.B. im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr 7,6 % mehr Drogentote bei Heroinkonsumentinnen  und -konsumenten zu beklagen. Darüber hinaus erreichen Behandlungen und Gesundheitsangebote wie dauerhafte Substitutionsbehandlungen oder erprobte, erfolgreiche und bewährte Schutzmöglichkeiten vor HIV/Hepatitis C-Viren suchtkranke Gefangene nicht im erforderlichen Ausmaß. Zwei JVA-Projekte der Aidshilfen in Köln und Berlin werden auf Seite 85 f als förderwürdige Gegenmaßnahme dargestellt. Den Suchtbericht 2007 finden Sie hier (PDF-Datei - 1,1 MB), den Auszug zum Projekt der Aidshilfen gesondert hier (PDF-Datei – 56 KB). Die Presseerklärung des BMG finden Sie unter http://www.bmg.bund.de. Die Deutsche AIDS-Hilfe hat sich inzwischen zum Drogenbericht geäußert, eine Presseerklärung dazu finden Sie hier (PDF-Datei –20 KB).

 

MÄNNLICHE PROSTITUTION


Stellenausschreibung Looks
Im Bereich der HIV-Prävention und der psycho-sozialen Versorgung männlicher Prostituierter sucht Looks e.V. eine Sozialarbeiterin / einen Sozialarbeiter bzw. –pädagogin / -pädagogen. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei – 61 KB).

 

TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG


Aus Infobrief Nr. 15 des Integrationsbeauftragten NRW vom 02.05.2008: Härtefallkommissionen fortführen
Die Integrations-, Migrations- und Ausländerbeauftragten der Länder sprachen sich bei ihrer turnusmäßig stattfindenden Konferenz am 29. und 30. April 2008 nachdrücklich für die Beibehaltung und Fortführung der mit dem Aufenthaltsgesetz eingeführten Härtefallkommissionen aus. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei – 49 KB).


Ausschluss oder Teilhabe - Rechtliche Rahmenbedingungen für Geduldete und Asylsuchende - Ein Leitfaden
Die Broschüre des Beauftragten des Senats von Berlin für Integration und Migration enthält aktualisierte Informationen zu den Themen Fluchtgründe, Zahlen und Fakten, Aufenthaltsrecht, Bleiberecht, Sozialrecht sowie zum Zugang zu Arbeit und Bildung. Sie richtet sich an alle, die mit Flüchtlingen arbeiten, und soll auch für juristische Laien gut verständlich sein. Die Broschüre finden Sie hier (PDF-Datei – 1,9 MB).


Minister Karl-Josef Laumann: Wir schulen Migranten als Gesundheitslotsen!

„Unser Gesundheitsprojekt MiMi-NRW („Mit Migranten für Migranten – Interkulturelle Gesundheit in Nordrhein-Westfalen“) schult Zugewanderte in den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention. Sie sind danach wichtige Informationsquellen für ihre Landsleute.“, betont der Minister in seiner Pressemeldung vom 8. Mai 2008. Mehr zu MiMi-NRW erfahren Sie hier (PDF-Datei - 53 KB).


Homosexualität und Migrationsfamilien: Online-Handbuch für Multiplikatoren
Dieses durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstütze Onlinehandbuch des Lesben- und Schwulenverbands in Deutschland bietet Anregungen und Hilfestellungen, um das Thema Homosexualität mit Migrationsfamilien zu diskutieren. Mehr erfahren Sie unter www.migrationsfamilien.de.

 

VERSCHIEDENES


12 500 Euro aus Wuppertal für die AIDS-Arbeit in Jekaterinenburg
Am Anfang stand die Idee der AIDS-Hilfe Wuppertal, bestehende Kontakte zu den Partnerstädten zu nutzen, um unter dem Motto „Partnerschaftlich gegen AIDS – global denken, lokal handeln“ ein grenzüberschreitendes Netz von informellen Beziehungen aufzubauen. Ein vorläufiger Höhepunkt war die Scheckübergabe durch den Freundeskreises Wuppertal-Jekaterinburg e.V. in Russland. Die beachtliche Summe stellten der Arbeitskreis Welt-Aids-Tag Wuppertal, der o.g. Freundeskreis und weitere Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Mehr lesen Sie hier (PDF-Datei – 161 KB).

 
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