November 2007

Liebe Leserinnen und Leser,

pünktlich zum Welt-Aids-Tag 2007 starten wir mit dem XXelle Newsletter. Hier werden wir regelmäßig Aktuelles rund um das Thema Frauen, HIV und Aids zusammenstellen und versenden.

Weitere Informationen finden Sie auf der landesweiten Internetseite www.xxelle-nrw.de. Im Mediacenter gibt es aktuelle News und Termine. In der Reihe "Wir stellen uns vor" berichten Frauenprojekte von ihrer Arbeit.  

Viel Spaß beim Lesen und einen gelungenen Welt-Aids-Tag wünscht

Petra Hielscher

WELT-AIDS-TAG 2007

Hörfunk-Tipps zum Welt-Aids-Tag
WDR 4, Samstag 1.12.2007, 08.05 Uhr: Positiv leben - Aids im Alter, Eine Sendung zum Weltaidstag von Brigitte Froesick
WDR 5, Samstag 1.12.2007, 15.05 – 16.00 Uhr: Die Krankheit leben - Frauen mit HIV
Näheres zu den Sendungen finden Sie hier (pdf-Datei 35 KB).

Aufführung des Mozart Requiem erbrachte 1200 € Spende
Einen wunderbaren Konzertabend bescherte das Kölner Chorprojekt unter der Leitung von Ilka Tenne den über 1.200 Zuhörerinnen und Zuhörern in der Kölner Agnes-Kirche. Die Pressemitteilung zur Spende finden Sie hier (pdf-Datei 857 KB). 

 

XXelle 

Älter werden mit HIV
Ein Interview mit Heide Thomas über ihre Projekte und ihr Engagement im Bereich HIV und Aids. Den Artikel finden Sie hier (pdf-Datei 52 KB).

HIV-Test bei schwangeren Frauen
Es wird oft bemängelt, dass es an Informationsmaterial für den HIV-Test bei schwangeren Frauen fehlt, so Harriet Langanke vom Projekt Lifeboat in Deutschland
www.projekt-lifeboat.de. Die erste Multimedia-DVD des Projekts will in dieser Lücke ein Angebot machen. Weitere Informationen zur DVD und deren Bezug finden Sie hier (pdf-Datei 37 KB).

 

FORSCHUNG

Verbreitung von HIV hauptsächlich durch Menschen mit mittlerer Viruslast
Einer Studie des Imperial College London zeigt, dass die Ausbreitung des HI-Virus anders als bisher vermutet erfolgt. Menschen mit hoher Viruslast seien auf der einen Seite zwar hochinfektiös, ihre Lebenserwartung sei aber auf der anderen Seite eben nicht so hoch, so dass sie aufgrund der begrenzten Zeit gar nicht so viele Menschen anstecken könnten. Menschen mit einer mittleren Viruslast, sich ihrer Infektion über im Mittel sechs bis acht Jahre gar nicht bewusst sind, können in eben dieser Zeit ungleich viel mehr Menschen anstecken. Diese Ergebnisse sind wichtig für zukünftige Strategien im Gesundheitswesen. So scheint der zurzeit favorisierte Ansatz, die Ausbreitung von HIV in der Sub-Sahara einzudämmen, indem zunächst Menschen mit höchster Viruslast behandelt werden, nun falsch zu sein. Viel effektiver wäre eben die frühe Behandlung von Menschen mit mittlerer Viruslast, so die ForscherInnen.
(http:///www.plos.org)

Hautkrebs häufiger bei HIV-Infizierten
Hautkrebs tritt bei HIV-infizierten Patienten häufiger auf als bei HIV-Negativen, so ein Poster bei der 4 International AIDS Society - Konferenz in Sydney. US-Forscher analysierten die Daten einer prospektiven Beobachtungs-Datenbank mit 4.566 HIVpositiven Teilnehmern. Aufgrund Ihrer Ergebnisse empfehlen die Forscher regelmäßige Untersuchungen im Hinblick auf Hautkrebs, besonders auch unter dem Aspekt der älter werdenden HIV-positiven Patienten.
(Projekt Information, Ausgabe 5/2007)

Krebsrisiko durch Pille ist doch reversibel

Risiko zehn Jahre nach Beendigung der Einnahme verschwindend Orale Verhütungsmittel erhöhen das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Das Risiko sinkt jedoch mit Beendigung der Einnahme. Eine Studie der University of Oxford hat nachgewiesen, dass das Risiko mit der Dauer der Einnahme anstieg. Zehn Jahre, nachdem keine Pille mehr eingenommen wurde, war das Risiko gleich hoch wie bei Frauen, die sie nie geschluckt hatten. An der in The Lancet veröffentlichten Studie nahmen mehr als 52.000 Frauen teil. Frühere Studien haben die Pille mit einem erhöhten Brustkrebs-Risiko aber auch mit einem verringerten Eierstockkrebs- und Gebärmutterkrebs-Risiko in Zusammenhang gebracht. Die Wissenschaftler analysierten die Daten von Frauen, die weltweit an 24 Studien teilgenommen hatten. Jene, die die Pille mindestens fünf Jahre lang eingenommen hatten, verfügten über ein doppelt so hohes Gebärmutterhals-Risiko als die Teilnehmerinnen, die sie nie verwendet hatten. Mehrere Studien haben bereits einen Zusammenhang zwischen der Pille und dem Gebärmutterhals-Krebs hergestellt. Bisher war jedoch nicht bekannt, wie lange das erhöhte Risiko besteht.
http://www.ox.ac.uk und http://www.thelancet.com

Zuviel Haschisch verschlimmert die Schmerzen
Medizinische Wirkung von Dosierung abhängig. Das Rauchen großer Mengen Haschisch aus medizinischen Gründen kann die Schmerzennoch verstärken anstatt sie zu verringern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of California gekommen. Die schmerzstillenden Eigenschaften von Haschisch wurden lange Zeit gelobt. Einige Länder haben den Zugang für einen medizinischen Einsatz freigegeben. Laut den in Anesthesiology veröffentlichten Forschungsergebnissen ist jedoch die Menge entscheidend. Es zeigte sich, dass ein gemäßigter Konsum die besten Ergebnisse erzielte. Große Mengen verschlimmerten die Schmerzen der 15 Teilnehmer.
(pte)
http://www.ucsd.edu
http://www.anesthesiology.org


PHARMAZIE


Nelfinavir ist jetzt wieder zugelassen
Die Europäische Kommission hat die Marktzulassung von Viracept wieder erteilt. Die Zlassung des Arzneimittels war im August dieses Jahres aufgehoben worden, nachdem in einigen Chargen eine Verunreinigung durch Ethylmesylat festgestellt worden war. Daraufhin hatte Hersteller Hoffmann-LaRoche im Einvernehmen und in Kooperation mit den Gesundheitsbehörden (EMEA und Swissmedic) in Europa und einigen anderen Regionen alle Chargen Pulver und Tabletten vom Markt zurückgerufen. Die USA, Kanada und Japan waren von diesem Rückruf nicht betroffen. Nach einer Mitteilung ist das Unternehmen jetzt fest entschlossen, die Versorgung mit dem Medikament so bald wie möglich wiederherzustellen. Der Zeitpunkt der Wiedereinführung werde von Land zu Land unterschiedlich sein. Viracept®, das den Wirkstoff Nelfinavir enthält, ist ein Proteasehemmer zur Behandlung von HIV-Patienten. Erstmals wurde es 1999 auf den Markt gebracht.
(Ärzte-Zeitung)

HIV-Medikament für Kinder zugelassen
Ein Medikament zur Behandlung von Kindern ab sechs Jahren, die mit dem Virustyp HIV-1 infiziert sind, ist Mitte Oktober von der Europäischen Zulassungsbehörde (EMEA) für
den europäischen Markt freigegeben worden. Dadurch ist das Präparat des Pharmazeuten GlaxoSmithKline mit dem Wirkstoff Fosamprenavir ab sofort auch für Kinder einsetzbar, die Zulassung für Erwachsene gibt es bereits seit 2004. Der Hersteller will das HIV-Medikament in 64 Entwicklungsländern zum Selbstkostenpreis abgeben.
(www.gsk.com)


THERAPIE

Comeback des "Hit Hard And Early"?
Wann ist der optimale Beginn eines Therapieprogramms? Diese Frage bewegt PatientInnen wie behandelnde ÄrztInnen nach wie vor, denn es scheint sich zurzeit herauszustellen, dass ein früher Therapiebeginn erfolgreicher ist als bisher angenommen. Neue Daten, die auf der IAS-Konferenz in Sydney präsentiert wurden, sprechen für einen früheren Einstieg in die HIV-Behandlung. So wurde bislang mit Blick auf die Nebenwirkungen (wie z.B. Lipodistrophie) empfohlen, die Therapie erst bei einem Level von 200 bis 350 CD4-Zellen pro Kubikmillimeter zu beginnen. Neue Daten aus einer holländischen Studie weisen jedoch darauf hin, dass ein früherer Therapiebeginn durchaus Erfolg versprechend sein kann, da die Resistenzentwicklung entgegen der Erwartung nicht erhöht wird.
www.natap.org


... UND WAS NOCH


Google entwickelt eigenes Gesundheitsportal
Der Suchmaschinenbetreiber Google hat den Start einer eigenen Gesundheitsplattform angekündigt. Auf dem Portal sollen die NutzerInnen künftig ihre medizinischen Daten speichern und sich umfassend informieren können. Die Gesundheitsdaten der User werden gesammelt und an Ärzte weitergeben, wie Marissa Mayer, Vice President Google, auf der Konferenz "Web 2.0 Summit" in San Francisco Mitte Oktober bekannt gegeben hat. Google wolle damit die Archivierung von wichtigen Daten sicherstellen und das Gesundheitssystem unterstützen. Ob es die neue Gesundheitsplattform auch als deutschsprachige Version geben wird, blieb zunächst offen. In den USA soll das Portal jedenfalls Anfang kommenden Jahres online gehen. Laut Google befindet sich die Plattform derzeit im Beta-Test und wird noch einigen wichtigen Prüfungen unterzogen. Besonderen Wert legt der Betreiber nach eigenen Aussagen auf die Datensicherheit. Kürzlich hatte auch Google-Konkurrent Microsoft bekannt gegeben, an einer ähnlichen Gesundheitsplattform zu arbeiten. Beide Unternehmen erwägen offenbar, die auf den Plattformen gesammelten Daten statistisch auszuwerten und an Krankenkassen und Pharmakonzerne weiter zu verkaufen. Für die Industrie ergibt sich damit eine unkomplizierte Möglichkeit, Marktforschung zu betreiben.
(pte; http://www.web2summit.com)

HIV: Betroffene Kinder leiden unter Diskriminierung
Anfang November startete in allen größeren Schweizer Städten die neue Plakatkampagne der Aids-Hilfe Schweiz. Die Plakataushänge zeigen ein Mädchen, das sich hinter der Plakatwand versteckt. Darauf steht: "Kinder wie Lea verstecken sich nicht aus Spaß, sondern aus Angst vor Diskriminierung". Mit der von der Werbeagentur Felser/Spillmann/Leo Burnett gestalteten Kampagne macht die Aids-Hilfe Schweiz darauf aufmerksam, dass Diskriminierung für viele HIV-positive Menschen in der Schweiz immer noch zum Alltag gehört. Auch Angehörige und Kinder von HIV-positiven Eltern haben unter Ausgrenzung zu leiden. Sie sind auf die konkrete Unterstützung der Aids-Hilfe angewiesen, die mit dieser Kampagne Spendenmittel akquirieren will.
http://www.aids.ch

Geschlechtsunterschiede beim Schmerz
Bei den 7. Österreichischen Schmerzwochen forderten Wissenschaftler eine entsprechend geschlechterbezogene Berücksichtigung in Diagnostik und Therapie Laut einer aktuellen Erhebung der Österreichischen Schmerzgesellschaft erleben und verarbeiten Frauen Schmerzen nicht nur anders als Männer, sie leiden auch häufiger: 28 Prozent der Österreicherinnen, aber nur 18 Prozent der Österreicher sind von chronischen Schmerzen betroffen. Obwohl sie häufiger medizinische Hilfe aufsuchen, sind Frauen einem höheren Risiko der schmerzmedizinischen Unterversorgung ausgesetzt. Die neuen Erkenntnisse zu geschlechterrelevanten Unterschieden beim Schmerz müssten stärker in die Praxis der Schmerztherapie einfließen.
(pte)

"Mädchen checken das"
Deutsche Krebshilfe informiert Jugendliche über Präventionsmöglichkeiten Die Deutsche Krebshilfe startete Mitte September ihre Kampagne "Mädchen checken das". Ziel ist es, junge Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren über die Gesundheitsvorsorge, einen aufmerksamen Umgang mit dem eigenen Körper und die neue Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs zu informieren. Im Mittelpunkt des Projektes steht der Song "Sing Dein Leben", den fünf bekannte deutsche Künstlerinnen exklusiv für die Deutsche Krebshilfe eingespielt haben: Elke Brauweiler ("Paula"), Marta Jandova ("Die Happy"), Stefanie Kloß ("Silbermond"), Suzie Kerstgens ("Klee") und Valentine
Romanski.
http://www.maedchen-checken-das.de/

Künstlerinnen treten gegen Pornorapper an

Die Texte handeln von Erniedrigung und Vergewaltigung von Frauen, die Rhythmen hämmern sich zwingend ins Ohr und die Videos dazu zeigen gewalttätige Sexualpraktiken. Die Rede ist von Pornorap, einem Musikstil, der unter Jugendlichen große Erfolge feiert. Die Videos werden von Handy zu Handy gereicht, und die Pornorapper verdienen gut dabei. "Pornorap ist keine Kunst. Künstlerische Freiheit endet genau da, wo jede andere Freiheit auch aufhört: Bei der Achtung vor der Würde des Menschen. Was dagegen verstößt, kann sich nicht Kunst nennen." Das sagen zwei, die selber als Künstlerinnen arbeiten und damit ihr Geld verdienen: ANA & ANDA, Duo für Musik und Bühnenkunst aus Karlsruhe. Jetzt protestieren die Komponistin und die Texterin mit eigenen "Neue Kunstliedern" gegen Pornorapper wie Sido, Bushido, Frauenarzt und andere. Zum ersten Mal präsentieren sie sich damit am 23. November um 20 Uhr im Theater Sapperlot in Lorsch. Engagiert wurden sie dafür von der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Brunhilde Schieb. Sie hat die Lieder für ihre Veranstaltung anläßlich des Internationalen Gedenktages am 25. November "Nein zu Gewalt an Frauen" in Auftrag gegeben.
www.ANAundANDA.de
www.lorsch.de/stadt/aktuelles/meldungen2007/2007-11-04-pornorapper.shtml
 

 

 

 
 
 
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