Nr. 25 vom 12. Dezember 2007
Liebe Leserinnen und Leser,

mit diesem Newsletter verabschieden wir uns für dieses Jahr bei Ihnen! Denn der nächste AIDS-Hilfe NRW-Newsletter erscheint erst im neuen Jahr 2008. Deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich ganz herzlich für die konstruktive Zusammenarbeit, Unterstützung und Kritik bedanken, die unsere Arbeit im Jahr 2007 begleitet hat.
 
Die vergangenen zwölf Monate haben in vielen Fachbereichen spannende neue Entwicklungen und Herausforderungen hervorgebracht. Exemplarisch möchte ich an dieser Stelle den Bereich „Prävention mit schwulen und bisexuellen Männern“ benennen:

  • Unser Bundesverband, die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH), schaffte in diesem Jahr die Grundlagen für eine neue bundesweite Kampagne, die im März 2008 starten wird und die auch unsere Aktivitäten in NRW verstärken kann. Kampagnen-Koordinator ist Matthias Kuske, bis Oktober 2007 Mitarbeiter der AIDS-Hilfe NRW.
  • Das HERZENSLUST „Gütesiegel-Projekt“ ist durchgestartet und schafft neue Kooperationen. Die Betreiber schwuler Saunen, Darkrooms und Fetischbars, die örtlichen Gesundheitsämter und HERZENSLUST-Gruppen und Aidshilfen arbeiten zusammen, damit Prävention dort ankommt, wo sie hin gehört: an die Orte sexuellen Geschehens. Regionale Vorbilder – wie z.B. Köln oder Essen – werden dabei aufgegriffen und landesweit kommuniziert.
  • Der Anstieg der HIV-Neudiagnosen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), führte u.a. zu einer intensiven Auseinandersetzung mit niedrigschwelligen Beratungs- und Testangeboten, wie sie z.B. von den Aidshilfen in Essen und Düsseldorf bereits erprobt werden. Für 2008/2009 ist ein Modellprojekt geplant, das diese Ansätze aufgreift und weiterentwickelt.
  • „Ehrenamt ist sexy!?“ – behauptete und (hinter-)fragte der Runde Tisch „kreathiv - präventhiv“ in diesem Sommer unter Beteiligung von rund 40 Alltagsexperten aus ganz NRW. Neue Ansätze für freiwilliges Engagement wurden aufgezeigt und die Grundlagen für die „neue“ HERZENSLUST-Kampagne gelegt, die im kommenden Jahr den Relaunch der bisherigen Kampagne bringen wird.
  • Mit dem virtuellen Präventionsprojekt „Health Support“, das am 01.02.2007 auf dem Internetportal „Gayromeo.com“ startete, wurden neue Welten erschlossen. Auf Grundlage des Projektes „Virtuelle HERZENSLUST“ konnte dieses bundesweite Modellprojekt gestartet werden. Allein 30 Mitarbeiter aus NRW sind dabei!


Das Jahr 2007 hat uns auch vor ganz pragmatische Herausforderungen gestellt: Für die Planung der zielgruppenspezifischen Präventionsmaßnahmen (ZSP) 2008 galt es in den vergangenen Monaten viel Arbeit und Engagement zu investieren, um aus einem Antragsvolumen von über 850.000 € und einem (erwarteten) Fördervolumen von ca. 550.000 € einen fachlich qualifizierten und umsetzungsfähigen Vorschlag an das Gesundheitsministerium NRW zu erstellen. Insbesondere den ehrenamtlichen Mitgliedern des ZSP-Beirates gilt dafür unser besonderer Dank.

Abschließen möchte ich mit einer Bitte und einem Wunsch!

Bitte bleiben Sie uns gewogen, im gemeinsamen Ringen für eine gelingende Prävention, für das solidarische Engagement für Menschen mit HIV/Aids und für eine Gesellschaft, die ihre Mitglieder nicht in Gute und Böse aufteilt.

Ich wünsche uns allen eine schöne Weihnachtszeit und für das Jahr 2008 alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen


Dirk Meyer
Landesgeschäftsführer


VERBAND / LOBBY

Ordentliche Mitgliederversammlung der AIDS-Hilfe NRW e.V. am 13.09.2008
Die ordentliche Mitgliederversammlung der AIDS-Hilfe NRW e.V. wird im kommenden Jahr am Samstag, den 13. September 2008, stattfinden. Die Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW mögen sich diesen Termin schon einmal vormerken.

Veranstaltungskalender der AIDS-Hilfe NRW – Januar / Februar 2008
Fortbildungsveranstaltungen der AIDS-Hilfe NRW, ihrer Mitglieder, der Deutschen AIDS-Hilfe, der Paritätischen Akademie und andere interessante Angebote für die kommenden zwei Monate finden Sie hier (PDF-Datei - 57 KB).

Verdienstorden der Bundesrepublik für Aidshilfe-Vorstand Ulrich Keller aus Unna
Ulrich Keller von der AIDS-Hilfe im Kreis Unna ist am Tag des Ehrenamtes von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Mehr erfahren Sie hier (PDF-Datei - 145 KB).

Gründung einer Bürgerstiftung der gleichgeschlechtlichen Selbsthilfe
Die Arcus-Stiftungsinitiative, ist ein Projekt von schwulen und lesbischen Verbänden mit dem Ziel, eine Stiftung für die schwule und lesbische Selbsthilfe zu gründen. In diesem Zusammenhang hat es in der Vergangenheit auch Gespräche mit Verbänden und Parteien gegeben. Ein erster Zwischenerfolg zeichnet sich mit einem Antrag der CDU/FDP-Fraktion im Düsseldorfer Landtag ab, eine entsprechende Initiative durch das Land NRW unterstützen zu wollen. Den Antrag der Fraktionen finden Sie hier (PDF-Datei - 19 KB).

MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Medizinische Rundreise „Neuigkeiten in der Behandlung mit HAART“ am 27.01.2008 in Hagen
Auswirkungen neuer Erkenntnisse auf Beratung und Therapieentscheidung, Therapiestandards, Wirkungs- und Nebenwirkungsspektren der zur Verfügung stehenden Medikamente sowie Gründe für eine Therapieumstellung stehen im Mittelpunkt der Medizinischen Rundreise, die am 26.-27.01.2008 in der AIDS-Hilfe Hagen Station macht. Mehr erfahren Sie hier
(PDF-Datei - 92 KB).

Termine für Menschen mit HIV/Aids der AIDS-Hilfe Köln - Januar 2008
Eine aktuelle Terminübersicht der Angebote der AIDS-Hilfe Köln für Menschen mit HIV und Aids im Januar 2008 finden Sie hier
(PDF-Datei - 28 KB).

SCHWULE PRÄVENTION

"Wie leben schwule Männer heute?"
Von Mai bis Juni 2007 wurde im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung am Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) für Sozialforschung die achte Wiederholungsbefragung schwuler Männer in Deutschland durchgeführt. Erstmalig wurde die Befragung in Zusammenarbeit mit der Aids Hilfe Wien zeitgleich auch in Österreich durchgeführt. Dabei sollten neben den Reaktionen auf AIDS auch Aspekte der Lebensverhältnisse schwuler Männer – Lebensstile, Szenekontakte, Offenheit im schwulen Leben, Gewalterfahrungen – berücksichtigt werden. Eine Kurzfassung der Befragungsergebnisse 2007 finden Sie hier (PDF-Datei - 243 KB).

Medizinische Rundreise „Neue Erkenntnisse in der Grundlagenforschung - neue Ansätze in der Prävention“

Neue Erkenntnisse zum Infektionsgeschehen von HIV, Prävention / Medikamentöse Ansätze zur Risikominimierung, Beschneidung und Impfung, Verhaltensorientierte Ansätze: „Serosorting“ und „Seropositioning“ sowie Testverfahren / HIV-Schnelltest stehen im Mittelpunkt der Medizinischen Rundreise, die vom 24. bis 25.01.2008 beim Koordinationskreis AIDS in Bergisch Gladbach (mit der AIDS-Hilfe Bergisch Gladbach) Station macht. Einige wenige Plätze sind noch frei. Mehr erfahren Sie hier
(PDF-Datei - 61 KB).

FRAUEN & AIDS

Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids
Die Einladung zur Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und Aids und zum Frauen-Projekte-Treffen Zielgruppenspezifische Prävention am 15.und 16. Februar 2008 in Bielefeld finden Sie hier (PDF-Dateien- 116 KB).

Neue DHIVA erschienen
Eine weitere Ausgabe der Zeitschrift des bundesweiten Netzwerk Frauen und Aids, Fachmagazin zu allem rund um Frauen, HIV und Gesundheit ist erschienen. Nähere Informationen dazu finden Sie hier (PDF-Datei - 123 KB).

DROGEN & AIDS

JES NRW e.V. zum Welt AIDS Tag 2007
Anlässlich des WAT 2007 fordert JES NRW eine kluge, fachgerechte und humane Politik gegenüber Drogen gebrauchenden Menschen. Etwa die Hälfte aller HIV/AIDS-Meldungen mit Angabe eines Infektionsrisikos über intravenösen Drogenkonsum kommt inzwischen aus Nordrhein-Westfalen. Die Presseerklärung von JES NRW zum Welt AIDS Tag 2007 finden Sie hier
(PDF-Datei - 39 KB).

Warnung vor bleivergiftetem Marihuana
Seit August befindet sich eine stetig wachsende Zahl von Menschen, die mit Blei versetztes Cannabis geraucht haben, in medizinischer Behandlung. Hauptsächliches Verbreitungsgebiet der kontaminierten Droge ist bisher der Großraum Leipzig. Da Bleivergiftungen jedoch nur schwer festzustellen sind und Cannabis aus Leipzig im Einzelfall auch woanders auftauchen könnte möchten wir die FAQ der Drug Scouts zu "Blei im Gras" sicherheitshalber auch in NRW verbreiten. Die Informationsbroschüre richtet sich vor allem an User, kann aber auch für Ärzte und Apothekerinnen hilfreich sein. Sie finden sie hier
(PDF-Datei - 414 KB). Weitere aktuelle Infos unter www.drugscouts.de.

Frankfurter Konferenz zu einer integrierten Drogenpolitik und Drogenarbeit 2008 
Prävention, Beratung und Therapie, Überlebenshilfe sowie Repression wurden in den 90iger Jahren in vielen europäischen Städten zu gleichberechtigten Säulen einer pragmatischen Drogenpolitik. Drogenabhängigkeit wurde als ein gesellschaftliches Phänomen verstanden, das nicht zu verhindern ist, aber reguliert und begrenzt werden kann. Zur Zeit sorgen Spezialthemen wie die kontrollierte Heroinvergabe oder die Frage des Stellenwertes der Risikokompetenz in der Suchtprävention für kurzfristige Aufmerksamkeit. Andererseits wird es in unserer Leistungsgesellschaft es "normal" sich und sein körperliches Erleben mit psychoaktiven Substanzen zu manipulieren. Diesen Herausforderungen begegenen Politik und Praxis mit teilweise widersprüchlichen und gegenläufigen Konzepten. Die Frage, wie die Kommunen dem Drogenproblem wirksam begegnen können, ist unter den veränderten Bedingungen neu zu diskutieren. Die Frankfurter Konferenz will den drogenpolitischen Diskurs mit politisch Verantwortlichen und ExpertInnen aus Kommunen und Forschung wieder aufnehmen und dabei den globalen Erfahrungsschatz nutzen. Nähere Informationen erhalten Sie hier
(PDF-Datei - 176 KB).

Viele ÄrztInnen dürften Substituiton anbieten - aber viele tun es nicht (mehr)
Obwohl mehr ÄrztInnen die Qualifikation, Opiatabhängige mit Ersatzstoffen versorgen zu dürfen erwerben, nutzen paradoxerweise prozentual gesehen stetig weniger ihre suchttherapeutische Qualifikation, um tatsächlich Substitutionsbehandlung anzubieten. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Die Betreuung ist aufwändig, die betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften erfordern verwaltungsorganisatorische Höchstleistungen. Die Ärztezeitung hat sich im November des Themas angenommen und ausführlich berichtet. Nähere Informationen fínden Sie hier (PDF-Datei - 96 KB).

Kabinettsbeschluss pro Behandlung mit Diamorphin
Im November wurde im Bundeskabinett ohne Aussprache entschieden, dass künftig - ginge es nach dem Willen der Bundesregierung - die Behandlung mit Diamorphin zur Regelversorgung der Krankenkassen gehören wird. Die Stellungnahme der Bundesregierung und der Gesetzentwurf der Bundesländer werden nun dem Bundestag zugeleitet, der darüber in den Ausschüssen beraten wird. Die Mitschrift der Regierungspresseerklärung in der auch das Thema Heroinersatztherapie behandelt wurde finden Sie unter: www.bundesregierung.de.

Tagespresse zur Debatte um "Heroin auf Krankenschein"
Die Frankfurter Rundschau berichtete am 1.12.2007 u.a. unter dem Titel "Diagnose Drogenmafia" über den politischen Diskussionsstand zum Thema. Den Arktikel finden Sie hier
(PDF-Datei - 16 KB).

Hinweis auf neue Internetseite der AG Dropo
Die AG Dropo - Arbeitsgemeinschaft Drogenarbeit und Drogenpolitik in NRW – hat eine Internetseite mit sogenannten "grauen Papieren" für Neuigkeiten rund um die Sucht-/Drogenarbeit und –politik eröffnet. Aktuell ist dort ihre Stellungnahmen zu den beiden jüngsten Erlassen der Landesregierung zur Drogenarbeit eingestellt. Sie erreichen die Seite über www.ag-dropo.de.

Hinweis auf Internetseiten zu Hintergrundinformationen aus der basisnahen Drogenarbeit
Angesichts der aktuellen Verschärfungstendenzen hin zu mehr Repressionen gegen Drogenkonsum im allgemeinen und Jugendliche im speziellen empfiehlt sich u.a. der Blick auf folgende Internetseiten:

  • www.akzept.org - das Onlineangebot des Bundesverbands für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik. 
  • www.jesnrw.de - die Internetseite des Landesverbandes JES NRW e.V.
  • jes.aidshilfe.de - die Seiten des bundesweiten JES-Selbsthilfenetzwerk (Junkies, Ehemalige und Substituierte) von und für alle Menschen, die Drogen nehmen oder genommen haben.
  • www.antistigma.de - die Website von AntiSTigma e.V., der sich mit seinen Projekten und seiner Aufklärungsarbeit aktiv gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung suchtkranker Menschen wendet.
  • www.drogenfachgeschaeft.de - auf dieser Seite wird das Modell des Fachforums Drogenpolitik der Grünen Jugend Bundesverband "Drogenfachgeschäft" vorgestellt.
  • www.jugendliche-in-haft.de die Internetseite des Kölner Appell gegen Rassismus e.V. zum Thema Jugendliche in Haft.

 
STRAFVOLLZUG

Landesarbeitskreis Drogen/Haft am 10. Januar 2008
Die Einladung und das Anmeldeformular zum Landesarbeitskreis Drogen/Haft der Mitgliedsorganisationen der AIDS-Hilfe NRW am 10.01.2008 in Köln finden Sie hier
(PDF-Datei - 331 KB)
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TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

Eurohiv: Jahresabschlussbericht 2006 der WHO-Region Europa

Eurohiv hat zum Welt-Aids-Tag 2007 den Jahresabschlussbericht 2006 veröffentlicht. Übersetzte Auszüge aus der Zusammenfassung sowie den Link zum kompletten Bericht finden Sie hier (PDF-Datei - 54 KB).

 
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