Nr. 24 vom 28. November 2007
Liebe Leserinnen und Leser,

kurz vor dem Welt-Aids-Tag am kommenden Samstag, den 1. Dezember, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag dieser Woche die aktuellen Schätzungen für die HIV-Neuinfektionen im Jahr 2007 veröffentlicht. Es sei mir der Hinweis erlaubt, dass der Umgang mit diesen Zahlen schwierig und nicht immer unproblematisch ist, wie selbst das RKI anmerkt. Die nun vorgelegten Zahlen für das Jahr 2007 sind qualifizierte Schätzungen, die das aktuelle Infektionsgeschehen abbilden (sollen). Die tatsächliche gemessene Zahl der HIV-Neudiagnosen für das Jahr 2007 wird erst im Mai/Juni 2008 veröffentlicht. Diese unterschiedlichen Zahlen sind nicht miteinander vergleichbar! Die „Neudiagnosen“ sind eher ein Blick auf vergangenes Infektionsgeschehen, das zum Teil Monate und Jahre zurück liegt. In den Medien und in der Öffentlichkeit werden die jeweiligen Zahlen unreflektiert – für sich genommen – als aktuelle „Infektionszahlen“ verwendet. Daran ist das RKI mit seiner Veröffentlichungspolitik leider nicht ganz schuldlos.

Die Zahlen für das Jahr 2007 benennen ca. 3.000 Neuinfektionen für Deutschland und ca. 720 Neuinfektionen für Nordrhein-Westfalen, das ist ein Anteil von 24 %. Dieser Wert liegt etwas über dem Anteil von NRW von 21 % an der Gesamtbevölkerung. Das RKI benennt einen leichten Anstieg der Neuinfektionen von 5% im Vergleich zu 2006. Damit stabilisiert sich die Zahl der HIV-Neuinfektionen langsam, ein rasanter Anstieg ist nicht mehr zu verzeichnen. Die Zahlen für Nordrhein-Westfalen zeigen einmal mehr die Problematik der RKI-Statistik: Die HIV-Neuinfektionen bei Frauen werden in 2007 mit 150 angegeben, der Wert lag in der Schätzung für 2006 bei 60. Ein Anstieg um 150%! Aber: „Die angegebenen Zahlenwerte können nicht direkt mit früher publizierten Schätzungen verglichen werden. Insbesondere können Veränderungen nicht als Zu- oder Abnahmen interpretiert werden“, so das RKI. Dann ist ja alles gut...!

Das Epidemiologische Kurzinfo des RKI "Eckdaten HIV/Aids in Deutschland" finden Sie hier
(PDF-Datei - 33 KB).
Das Epidemiologische Kurzinfo des RKI "Eckdaten HIV und Aids in NRW" finden Sie hier
(PDF-Datei - 33 KB).
Das aktuelle Epedemiologische Bulletin des RKI finden Sie hier
(PDF-Datei - 166 KB).

Zum Welt-Aids-Tag finden landesweit unzählige Aktionen und Veranstaltungen von Aidshilfen, Gesundheitsämtern und Initiativen in Nordrhein-Westfalen statt. Einen Ausschnitt der Vielfalt finden sie auf unserer Homepage dokumentiert.

Mit freundlichen Grüßen
Dirk Meyer
Landesgeschäftsführer

P.S.: Einige haben es vielleicht schon entdeckt: Die Suche nach den Standorten der regionalen Aidshilfen und Mitgliedsorganisationen unterstützen wir auf unserer Homepage www.nrw.aidshilfe.de nun auch durch eine Verknüpfung mit Google GeoContent ... einfach mal ausprobieren!


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT / FUNDRAISING

Presseinfo der AIDS-Hilfe NRW "Chorprojekt spendet 1.200 Euro zum Welt-Aids-Tag"
Einen wunderbaren Konzertabend bescherte das Kölner Chorprojekt unter Leitung von Ilka Tenne am 24. November den über 1.200 Zuhörerinnen und Zuhörern in der Kölner Agneskirche. Aufgeführt wurde das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Veranstalter widmeten einen Euro pro Konzertkarte XXelle, der Initiative Frauen und Aids in NRW. Insgesamt 1.200 Euro kamen durch das Requiem-Projekt zusammen. Die Presseinfo finden Sie hier
(PDF-Datei - 853 KB).

Presseinfo des Wuppertaler Arbeitskreis Welt-Aids-Tag vom 19.11.2007
Zum Welt-Aids-Tag am 1.12.2007 appelliert der Wuppertaler Arbeitskreis Welt-Aids-Tag an die Ärzte, bei der Mitteilung einer HIV-Diagnose sensibel vorzugehen, sich auf die Begegnung mit HIV-Positiven einzustellen und sich zu ihren HIV-positiven Patienten zu bekennen. Ärzte können gemäß dem übergreifenden Mottos zum WAT „Gemeinsam gegen AIDS. Wir übernehmen Verantwortung!“ mitwirken, der „Unsichtbarkeit“ von HIV und Aids entgegenzuwirken und einen entspannten Umgang mit HIV-Positiven beispielhaft vorleben. Die Pressemeldung des Wuppertaler Arbeitskreis Welt-Aids-Tag finden Sie hier
(PDF-Datei - 41 KB).

Presseinfo der Deutschen Aids-Stiftung vom 20.11.2007

Impfstoff wichtigstes Mittel zur Eindämmung der HIV-Epidemie. Internationale Fachkonferenz regt enges Netzwerk aller Akteure an. Angesichts der dramatischen Entwicklung der globalen Aidsepidemie, vor allem im südlichen Afrika, gehört die Entwicklung eines Impfstoffes ganz oben auf die politische Agenda. Die Pressemeldung der Deutschen AIDS-Stiftung finden Sie hier
(PDF-Datei - 54 KB).

Presseinfo der AIDS-Initiative Bonn vom 20.11.2007
"Gemeinsam mit uns – gemeinsam gegen AIDS. Wir übernehmen Verantwortung für uns selbst und andere!" Die Presseinfo der AIDS-Initiative Bonn anlässlich des diesjährigen Welt-Aids-Tags finden Sie hier
(PDF-Datei - 36 KB). Eine Übersicht der Veranstaltungen und Aktionen der AIDS-Initiative Bonn zum Welt-Aids-Tag finden Sie hier (PDF-Datei - 32 KB). 


SCHWULE

Die Gummibärchen online ...
Pünktlich zum Start des Welt-Aids-Tags-Programms der Aids-Hilfe Bonn ging die neue interaktive Homepage der Herzenslustgruppe „Die Gummibärchen“ online. Unter www.gummibaerchen-bonn.de gibt es ab sofort Infos und Mitmachaktionen zum Thema Schwule Gesundheit, Szene und Aktionen in Bonn und NRW. Bis zum 13.12.2007 gibt es die Möglichkeit an einem Gedichtwettbewerb zum Thema Weihnachten und Safer Sex teilzunehmen. Über eine Verlinkung auf andere Seiten im Rahmen der landesweiten Herzenslust-Kampagne freuen wir uns natürlich. Bei Rückfragen zur Verlinkung unter der Rubrik "bussi-bär" setzen Sie sich bitte mit Oliver Schubert von der AIDS-Hilfe Bonn per e-Mail in Verbindung.


YOUTHWORK

Stellenausschreibung Youthworker-Stelle (75%)
Das Sozialwerk für Lesben und Schwule e.V., Köln, sucht zum 1.1.2008 einen Youthworker mit dem Schwerpunkt "HIV- und AIDS-Prävention für schwule und bisexuelle Jugendliche". Mehr erfahren Sie hier
(PDF-Datei - 34 KB).


FRAUEN & AIDS

Lifeboat Deutschland: DVD als audiovisueller Wegweiser für positive Mutterschaft
Es wird oft bemängelt, dass es an Informationsmaterial für den HIV-Test bei schwangeren Frauen fehlt, so Harriet Langanke vom Projekt Lifeboat in Deutschland www.projekt-lifeboat.de. Die erste Multimedia-DVD des Projekts will in dieser Lücke ein Angebot machen. Weitere Informationen zur DVD und deren Bezug finden Sie hier
(PDF-Datei - 36 KB).

Hörfunk-Tipp zum Welt-Aids-Tag 01.12.2007 auf WDR 4, 8.05 bis 8.55 Uhr
In unserem Alter, Begegnungen und Informationen - für alle Hörer über 50. Das Thema der Sendung: "Positiv leben - Aids im Alter", eine Sendung zum Weltaidstag von Brigitte Froesick. Weitere Infos finden Sie h
ier (PDF-Datei - 38 KB).

Hörfunk-Tipp zum Welt-Aids-Tag 01.12.2007 auf WDR 5, 15.05 bis 16.00 Uhr
VENUS_FM, das Frauenmagazin - mit dem weiblichen Blick auf die Welt. "Ariadne - FrauenPositivenTreffen in Westfalen", ein Beitrag (ca. 12 Minuten) der Journalistin Julia Lührs, die einen Tag beim Ariadne Treffen in Westfalen verbrachte. (Wiederholung am Sonntag, 02,12.2007 um 05.03 Uhr).
Weitere Infos finden Sie hier (PDF-Datei - 38 KB).


DROGEN & AIDS

Cannabusiness – Haschisch im Vertrieb
Im niederländischen Groningen gibt es die weltweit erste "Cannabis-Apotheke". Dort bekommen Patienten mit Multipler Sklerose, Krebs oder Aids Haschisch auf Rezept. In den Niederlanden verfolgt die Drogenpolitik einen eigenen Weg, indem die Regierung das Drogengeschäft mit kleinen Mengen duldet um die Cannabiskonsumenten von der sogenannten harten Drogenszene zu trennen. Schätzungen zufolge setzt die Dealerbranche mit einem Stoff, der in großen Mengen auch in Holland verboten ist, jährlich mehr als 150 Millionen Euro um. Den europäischen Nachbarn ist diese Doppelmoral der niederländischen Drogenpolitik ein Dorn im Auge. Sie setzen auf die europäische Verfassung, die Sonderwege ausschließt, sodass auch Holland an Mindeststrafen für Drogendelikte gebunden wäre. Am 25.11.2007 wurde im Hörfunkprogramm WDR 5 ein Feature zum Thema ausgestrahlt. Das Manuskript zur Sendung mit vielen interessanten Hintergrundinformationen finden Sie unter www.wdr5.de/sendungen/feature/manuskript/cannabusiness.pdf


Jahresbericht 2007 - Stand der Drogenproblematik in Europa

Der zwölfte Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht ist erschienen. Dieser aktuelle Bericht ist ergänzt durch drei eingehende Analysen zu den Themen: "Drogen und Straßenverkehr", "Drogenmissbrauch Jugendlicher unter 15 Jahren" sowie "Kokainkonsum". Eine kurze Zusammenfassung und Benennung, wo Sie einzelne relevante Themen in dem über 100 Seiten umfassenden Bericht nachlesen können finden Sie hier
(PDF-Datei - 850 KB).


STRAFVOLLZUG

Strafverfolgungstatistik NRW 2006
Die Verurteilungszahlen in NRW sind insgesamt rückläufig, es haben jedoch mehr Verurteilungen von Jugendlichen und mehr Verurteilungen im Zusammenhang mit BtMG-Delikten sttgefunden. Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter hat am 26.11.2007 die Strafverfolgungsstatistik für das Jahr 2006 vorgelegt. Zusammenfassend bewertete sie diese folgendermassen: "Die Daten verdeutlichen, dass die Bewältigung des Gewalt-, aber ebenso des Drogenproblems auch künftig zu den Kernaufgaben der Kriminalpolitik gehören. Diese Themen sind eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft. Nötig ist eine konzertierte Aktion zur Tabuisierung von Gewalt und Drogenmissbrauch, die deutlich vor dem Strafrecht ansetzt." Den Gesamttext der Presserklärung der u.a. auch zeigt - dass bei rückläufiger Verurteilungszahl die Verurteilungen von Jugendlichen sowie die Verurteilung bei Drogendelikten zugenommen hat - finden Sie unter www.justiz.nrw.de/Presse/PresseJM/26_11_07/index.php


TRANSKULTURELLE ORIENTIERUNG

EU-Aktionsprogramm für den Bereich Gesundheit 2008-2013
Das europäische Parlament und der Rat haben am 23. Oktober 2007 das zweite Aktionsprogramm der Gemeinschaft im Bereich der Gesundheit (2008—2013) beschlossen. Mehr erfahren Sie hier
(PDF-Datei - 89 KB).

Literaturempfehlung "Menschen mit Migrationshintergrund in den Suchthilfeeinrichtungen in Westfalen-Lippe"
Die LWL-Koordinationsstelle Sucht (LWL-KS) hat in ihrer Reihe "Forum Sucht" die Nr. 39 mit dem Titel "Menschen mit Migrationshintergrund in den Suchthilfeeinrichtungen in Westfalen-Lippe" vorgelegt.  Mit dem neuen Forum-Sucht-Band vertieft die LWL-KS eine Diplomarbeit im Aufbau-Studiengang Diplom-Pädagogik worin Suchthilfeeinrichtungen in Westfalen-Lippe zu ihrer Arbeit mit Zuwanderinnen und Zuwanderern befragt wurden. Festgestellt wurde, dass Suchthilfeeinrichtungen nicht ausreichend auf die Arbeit mit zugewanderten Menschen eingestellt sind. Bestellungmöglichkeit finden Sie unter www.lwl.org/LWL/Jugend/KS/Publikationen/ForumSucht/ oder senden Sie eine e-Mail an joerg.koerner@lwl.org


VEREINSMANAGEMENT / FORTBILDUNG / FINANZEN / PERSONAL

Veranstaltungskalender der AIDS-Hilfe NRW – Dezember/Januar
Fortbildungsveranstaltungen der AIDS-Hilfe NRW, ihrer Mitglieder, der Deutschen AIDS-Hilfe und andere interessante Angebote für die kommenden zwei Monate finden Sie hier
(PDF-Datei - 53 KB).

Veranstatlungshinweis des Paritätischen NRW zum Thema "Persönliches Budget"
Ab 01.01.2008 haben Menschen mit Behinderungen einen Rechtsanspruch auf das "Persönliche Budget". Damit wird das bisherige Dreiecksverhältnis von Leistungsberechtigtem, Kostenträger und Leistungserbringer aufgelöst. Beratungsstellen beraten Leistungsberechtigte über die Vorgehensweise, sie helfen bei der Erstellung des Hilfeplans und begleiten den Prozess von der Antragstellung über die Bewilligung bis hin zur Vermittlung geeigneter Dienstleistungen. Der Paritätische bietet daher zwei weitere Tagesveranstaltungen zum Thema "Persönliches Budget" an. Anhand von Beispielen und praktischen Übungen wird der Beratungs- und Antragsweg durchgespielt. Nähere Informationen finden Sie hier
(PDF-Datei - 352 KB).


VERSCHIEDENES

Gleitmitteltest der Stiftung Warentest
Den aktuellen Gleitmitteltest der Stiftung Warentest aus der aktuellen Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Test finden Sie hier
(PDF-Datei - KB).

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